Am vergangenen Samstag sprach ich in München bei einer großen ukrainischen Kundgebung im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz. Tausende Menschen versammelten sich, um ein deutliches Zeichen für Frieden, Freiheit und Solidarität mit der Ukraine zu setzen.

In meiner Rede habe ich scharf kritisiert, dass dem ukrainischen Skeleton-Sportler Vladyslav Heraskevych vom Internationales Olympisches Komitee die Startgenehmigung verweigert wurde. Der Grund: Auf seinem Helm waren die Fotos gefallener und ermordeter Sportkameradinnen und -kameraden zu sehen – junge Menschen, die Opfer dieses grausamen Krieges geworden sind.

Unter ihnen die elfjährige Turnerin Karyna Diachenko und die neunjährige Judoka Viktoriia Ivashko. Kinder, deren Träume und Zukunft durch Gewalt ausgelöscht wurden. Ihr Andenken zu bewahren, darf niemals als Regelverstoß gewertet werden.

Erinnerung ist kein politischer Affront. Menschlichkeit ist kein politisches Statement.

Sport steht für Fairness, Respekt und internationale Verständigung. Gerade in Zeiten von Krieg und Leid sollte er Raum für Mitgefühl und Solidarität bieten – nicht für das Schweigen über offensichtliches Unrecht. Wenn Athletinnen und Athleten ihre Stimme für die Opfer erheben, verteidigen sie nicht nur persönliche Überzeugungen, sondern grundlegende humanitäre Werte.

Diese Kundgebung hat eindrucksvoll gezeigt: Die Zivilgesellschaft steht zusammen. Für Frieden. Für Freiheit. Für die Würde jedes einzelnen Menschen. Und wir werden nicht aufhören, daran zu erinnern.