Die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat eine wegweisende Entscheidung getroffen: Das erste Yad Vashem Education Center außerhalb Israels wird in Bayern errichtet. Mit dem künftigen Standort in München setzt die Landeshauptstadt ein weithin sichtbares Zeichen für eine lebendige Erinnerungskultur, historische Verantwortung und den entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus.
Der Entscheidung vorausgegangen war ein starkes politisches Signal. Im Dezember 2025 hatte sich der Bayerische Landtag parteiübergreifend für die Ansiedlung des Bildungszentrums ausgesprochen. Unterstützung erhielt die bayerische Bewerbung zudem aus Südtirol: Der Südtiroler Landtag bekundete im Januar 2026 mit breiter Mehrheit seine Solidarität mit dem Vorhaben.
Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und Vorsitzender des Bayerisch-Israelischen Freundeskreises, begrüßt die Entscheidung ausdrücklich:
„Die Entscheidung von Yad Vashem ist ein klares Bekenntnis zum Standort Bayern als zentralen Ort der Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Dieses Bildungszentrum wird die Arbeit unserer Gedenkstätten ideal ergänzen und neue Impulse für die historisch-politische Bildung setzen. Es ist ein starkes Signal gegen das Vergessen und für eine verantwortungsvolle Zukunft.“
Aus Sicht von Karl Freller ist die Ansiedlung des Yad Vashem Education Centers ein bedeutender Meilenstein für die internationale Erinnerungsarbeit und die Vermittlung historischer Verantwortung an kommende Generationen.
Am Samstag, den 30. Mai 2026, führte Karl Freller zu diesem Thema ein ausführliches Interview mit Bayern TV. Darin erläutert er die Bedeutung der Entscheidung, die Chancen für den Bildungsstandort Bayern sowie die Rolle des neuen Zentrums im Kampf gegen Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit.
Nachfolgend finden Sie das Interview mit Bayern TV im Video: